Artikel

Kopf hoch, Deutschland!

Peter Bofinger, Nabil Al-Sabah (August 2005)

Deutschland sei am Ende: Der deutsche „Wohlfahrtsstaat“ lebe über seine Verhältnisse; die deutsche Volkswirtschaft sei eine Basarökonomie, in der Waren nur noch mit dem Stempel „Made in Germany“ versehen werden; Investitionen fliehen in Billiglohnländer, etc…
Diese Analyse ist wahrscheinlich der gemeinsame Nenner, auf den sich die meisten Diagnostiker der deutschen wirtschaftlichen Krise sehr schnell einigen können. Daraus werden Lohnsenkungsrezepte und Fitness-Programme für den scheinbar so „dicken“ Sozialstaat abgeleitet.

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Perspektive einer ökonomischen Bildungsoffensive

Dirk Kramer (August 2005)

Am ersten Aprilwochenende trafen sich 17 Mitglieder des Arbeitskreises Wirtschaft und Soziales in Berlin, um zum einen „Perspektiven einer ökonomischen Bildungsoffensive“ zu diskutieren und zum anderen die künftigen Projekte des AK zu planen. Die Mischung der Teilnehmer – ausländische und deutsche Stipendiaten, Ökonomen, Nichtökonomen und Ökonomen, die von Ökonomen nicht als solche akzeptiert werden… – war hervorragend.

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Das Verhältnis von Liberalismus und Religion

Christoph Sprich (2005)

Ein moderner Liberalismus macht Religionen und ihre oft dogmatisch daherkommenden Heilswahrheiten hinfällig! Der befreite Mensch kommt ohne überkommene Wertevorstellungen und auch ohne Priesterkasten aus! So oder so ähnlich lauten vielfach vertretene Anschauungen zum Verhältnis von Liberalismus und Religion. Und in der Tat sind wesentliche Grundlagen liberaler politischer Systeme nur durch eine Eingrenzung des Wirkungsbereichs der Religion möglich geworden. Andererseits läßt sich aber auch eine gewisse geschichtliche Bedingtheit von christlich-jüdischer Tradition und Liberalismus aufzeigen. Doch ist der Liberalismus letztlich nicht durch die Befreiung des Individuums über den religiös geprägten Rahmen, in dem er sich entwickelte, hinausgewachsen? Hat nicht das Wissen, das unsere Zivilisation im Zuge dieses Entwicklungsprozesses erworben hat, die Religion überwunden?

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Freiburger Schule

Marc Seiler (Frühjahr 2005)

In den letzten Jahren wurde innerhalb der Industriestaaten deutlich, dass der Versuch einer umfangreichen Realisierung der Idee eines Wohlfahrtsstaates dem Weg in die politische Sackgasse bahnt. Vor diesem Hintergrund bedarf es als Ergänzung der derzeit in der die Politik beratenden Ökonomie vorherrschenden Ziel-Mittel-Rationalität wieder einer Rückbesinnung auf freiheitlich geprägte ordnungspolitische Leitgedanken als wertrationales Element bei der Untersuchung des Ausmaßes und der Aufgaben des Staates. Zwar spielen auch bei jüngeren Reformdebatten die theoretischen Ansätze der Mitglieder des Kreises um Walter Eucken als Väter der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik inhaltlich noch eine wichtige Rolle. Dennoch wird die Bedeutung des Freiburger Ordoliberalismus nicht mehr derart explizit hervorgehoben, wie dies beispielsweise noch bei der Entwicklung der Theorie der Sozialen Marktwirtschaft der Fall war. Gerade im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Institutionenproblem wird jedoch die hohe Aktualität der Freiburger Ideen deutlich. Aus ebendiesem Grund sollen im Folgenden die theoretischen Ansätze der Freiburger Schule als Basis für institutionelle Reformen in Deutschland skizziert werden.

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Merkwürdige Vorurteile

Nabil Al-Sabah (Dezember 2004)

Warum bist du nicht zur Friedrich-Ebert-Stiftung gegangen?“ – Das war, ist und wird wahrscheinlich die Standardfrage bleiben, wenn ich mich den Stipendiaten unserer Stiftung als Postkeynesianer vorstelle! Denn Keynesianer sind, wahrscheinlich geschichtlich bedingt, immer mit den Sozialisten verbunden. Fragt man nach dem Grund dieser Äußerung, so bekommt man eine verblüffende und merkwürdige Antwort: die Keynesianer seien Inflationisten, die einen Ehevertrag mit der Staatsverschuldung geschlossen hätten. Da diese Staatsverschuldung einen freiheitsbeschränkenden, für die nächsten Generationen ach so schädlichen Eingriff in das wirtschaftliche Leben bedeute, sei es unvereinbar, Keynesianer und liberal gleichzeitig zu sein. Denn der Liberale sei der ewig treue Freund der Freiheit in all ihren Gesichtern.

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